Hunde - und Pferde - Akademie Harald Althaus

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Geschichte von Ricardo, dem eigensinnigen Esel

Eines Tages bekam ich den Anruf einer Familie aus Mitteldeutschland, die sich einen Esel gekauft haben.

Ricardo war völlig unerzogen und so stur, wie ein Esel nur sein kann. Er sollte brav die Beine heben um dem Schmied die Arbeit zu erleichtern. Er sollte Leinenführig sein und irgendwann einmal ein Kind auf seinem Rücken tragen.

Somit kam Ricardo zu mir in die Ausbildung. Als erstes durfte er zu meinen Ziegen auf die Weide. Er hatte alles im Griff!! Er hat die Ziegen "zurechtgestutzt" und sogar die selbstbewussten Ziegenböcke hatten Respekt vor ihm. Er lies sich nicht gerne anfassen und biss nach allem und jedem, sogar nach mir.

 

                                         Ricardo bei mir auf der Weide

Als erstes hab ich mir bei Ricardo Respekt verschafft, indem ich ihm Regel auferlegte, wie z.B. beim Führen hinter mir zu bleiben. Er lernte überall Berührungen zu erdulden und seine Hufe zu heben, konnte nach einiger Zeit still auf einer verlockenden saftigen Wiese zu stehen, und das ganze nur mit einem losen, hängenden Strick am Halfter.

Die Besitzer, die sich regelmässig nach Ricardo erkundigten, konnten gar nicht glauben, was sie da hörten und waren sehr auf das Wiedersehen mit ihrem "kleinen Dickkopf" gespannt.

Ricardo war insgesamt 3 Wochen bei mir. In dieser Zeit lernte er überall Berührungen zu ertragen, er wurde Schmiedefromm, man konnte ihn in Schritt und Trab an der Leine führen, so dass er hinter einem blieb. Er lernte, wenn der Strick beim Führen fallengelassen wird, egal ob in Schritt oder Trab, sofort stehen zu bleiben. Ich nahm ihm die Schwellenangst und machte ihn Verkehrssicher und zeigte ihm, dass ein Gewicht auf dem Rücken zu tragen, eine ganz tolle Sache sein kann.

Als die Besitzer ihren Ricardo abholten, waren sie mehr als überrascht, wie er sich zum Positiven verändert hatte. Ich zeigte ihnen erst einmal, was er alles gelernt hatte und sie waren sehr erstaunt über ihren Ricardo. Zum Schluss demonstrierte ich ihnen die Sache mit dem "Strick". Ich führte ihn über eine Strecke im Trab und die Besitzer mussten mir vorher sagen, wo der Strick losgelassen werden sollte. Ich lies den Strick an besagter Stelle fallen und lief weiter. Ricardo blieb wie angewurzelt stehen. Jetzt kamen die Besitzer aus dem Staunen nicht mehr raus........

Ich wies die Besitzer noch im Umgang mit Ricardo ein und wünschte ihnen viel Spaß mit ihrem "Neuen" Freund.

 

                                   

Nach einigen Wochen riefen die Besitzer an und haben sich nochmals bei mir für meine Hilfe bedankt. Es klappte alles reibungslos und sie hatten sehr viel Freude mit ihrem "sturen Esel".