Hunde - und Pferde - Akademie Harald Althaus

 

                                                                                  

"Verkorkster" Benny

 

Als ich meine Fay wegen einer Krebserkrankung einschläfern mußte, trauerte mein anderer Hund Maxi sehr stark... und ich auch. Mir war klar, daß Maxi -und ich- wieder "Hundegesellschaft" brauchen.

Durch Zufall sah ich eine Tiervermittlungssendung im TV. Da wurde ein zierlicher Bordercollie Namens Benny vorgestellt und so wurde ich aufmerksam auf ihn.

Er wurde als zurückhaltender, vorsichtiger Hund beschrieben. Er erlebte seine ersten 2 Jahre bei einer Familie. Mehr wusste ich nicht über ihn.

 

So benahm er sich, wenn man stehen blieb (gestellt. Foto)

Ich überlegte nicht lange und fuhr ins Tierheim um Benny kennenzulernen.

Als ich dort ankam und vor Bennys Zwinger trat, sprang er vor Angst die glatten Wände hoch und versuchte sich immer wieder in seine Hütte zu verkriechen. Ich fragte die Tierpflegerin, ob sie ihn mir in den eingezäunten Freilauf bringen könnte,was sie dann auch tat.

Benny zeigte im Auslauf das selbe Verhalten wie in seinem Zwinger und er war weder durch Spiel noch durch Futter dazu zu Bewegen, sich mir zu nähern. Er lief voller Angst den ganzen Zaun ab und versuchte sich zu Verstecken.

 

Ein ungewöhnliches Geräusch, und Benny fiel um (gest. Foto)                        ... dann mußte ich ihn mit der Leine mitnehmen (gest. Foto)

Die Pflegerin hat ihn auf meine Bitte hin angeleint und mir etwas zögerlich die Leine übergeben. Er war panisch und versuchte mir auszuweichen, zerrte immer weg von mir, aber ich habe ihn nach einiger Zeit soweit gebracht, daß er sich freiwillig neben mich setzte. Natürlich war er noch mit Misstrauen und Angst behaftet, aber ich konnte ihn anfassen ohne daß er mich biss.

Mein Entschluss war gefasst: Benny darf mit zu mir nach Hause. Nur noch eine Hürde war zu schaffen: Mein anderer Rüde Maxi. Die Tierpflegerin hatte große Bedenken, ob das Zusammentreffen der beiden Hunde gut ginge, willigte dann aber ein. - :"Auf ihre Verantwortung"! meinte sie. ....

 

Unsicherheit zeigt er heute noch an belebten Orten

Ich holte Maxi dazu. Die Beiden beschnupperten sich vorsichtig, aber ich war zuversichtlich. Und nahm ihn mit. Schnell war der Schutzvertag gemacht und ab nach Hause.

Schon während der Fahrt zeigte Benny Angstattacken wenn LKWs vorbeifuhren oder ungewöhnliche Geräusche auftauchten. Als wir Zuhause angekamen, hat er erst einmal die Wohnung erkundet und demonstrativ an die Heizung gepinkelt! Als es Zeit für die Fütterung war, erlebte ich Benny von einer ganz anderen Seite. Er stand an seinem gefüllten Napf, ca. 3m von mir entfernt. Als ich mich in seine Richtung bewegte, ging mich Benny hochagressiv an. Auch Maxi wurde angegriffen. Geistesgegenwärtig griff ich nach einem Stuhl, und drängte ihn ab, um mich zu schützen und damit er in dieser Situation nicht die Oberhand behielt. Als der Napf leer war, zeigte sich Benny wieder völlig "normal" und ich konnte ihn auch wieder berühren.

 

Wenn er ängstlich ist, sucht er Sicherheit, z.B. Wand,Hecke o. Zaun

Später am Abend, es war schon dunkel, ging ich mit beiden Hunden nochmal auf die Wiese... Irgendetwas hat ihn erschreckt und er schaffte es, aus seinem Halsband zu schlüpfen. Weg war er! Ich dachte, er wäre für immer weg. Nach ein paar Minuten kam er freiwillig zu mir und ließ sich ohne Probleme wieder an die Leine nehmen. Als wir dann wieder Zuhause waren, kam er zu mir ans Sofa, legte sich entspannt auf den Rücken und ließ sich von mir den Bauch kraulen. Schon wieder eine neue Seite von Benny...

Eine andere Situation war, als ich ihn im Winter anleinen wollte. Benny wollte nicht an die Leine und griff mich aggressiv an. Ich rutschte auf glattem Untergrund aus, lag auf dem Boden und Benny stürzte sich auf mich. Ich sah nur noch Zähne... Im selben Augenblick kam mir Maxi, mein anderer Hund - der eigentlich keinen Beschützerinstinkt hat und im Rang unter Benny stand - zu Hilfe, drängte ihn von mir runter und maßregelte ihn deutlich. Ich konnte aufstehen, mich sammeln und Benny wieder auf seinen Rang zurückverweisen.

 

            So benahm er sich am Anfang (gest.Foto)                        Ist angespannt

Er konnte mit seinen 2 Jahren noch nicht einmal "sitz" und Spielen war für ihn ein Fremdwort.

Welch ein Armutszeugnis für einen intelligenten, lernfreudigen Bordercollie !!

Auf der Hundewiese, wo alle anderen Hunde begeistert miteinander tobten hätte sich Benny am liebsten unter die Grasnarbe geschoben. Erst als sich eine ca. 1,5 jährige Tibetterrierhündin mit ihm beschäftigte, taute er auf und fegte mit ihr über die Wiese. Er lernte zu Spielen und zu Vertrauen. Ich konnte ihn nach und nach  auf ein Spielzeug fixieren und langsam mit dem Training beginnen.

 

      Total entspannt Er spielt jetzt ausgelassen mit dem Ball Vertauen Pur !!

 

Alles was ich von Benny wusste, war quasi nichts  !! Erst durch sein Verhalten zeigte er mir, was er in seinem kurzen Leben erlebt hat. Sein Hauptproblem war und ist bis Heute seine Angst vor Geraüschen, die sich wie ein Knall oder Feuerwerk anhören. Er hatte eine extreme Futteraggression, die jetzt unter Kontrolle ist. Starke Aggressionen gegen größere unkastrierte Rüden sind jetzt auch kein Problem mehr. Er hatte Angst vor fremden Menschen.  Jetzt lässt er sich entspannt durch eine Menschengruppe führen. Benny hatte Angst vor Stöcken, Besenstielen u.ä., woraus ich schließe, daß er des Öfteren geschlagen wurde. Heute apportiert er mit sehr viel Freude Stöckchen...

 

Benny hat richtig Spaß !!!

Diese vielen positiven Veränderungen, die mein Benny gemacht hat, sollen nicht darüber hinwegtäuschen, daß er heute völlig problemlos und angstfrei ist. Er hat immer noch Probleme mit Geräuschen und Situationen, die aber deutlich verbessert sind.

 

... und ist begeisterter "Trickdog"

Ich bin mir sicher, daß Benny diese ganzen negativen Erfahrungen in seiner Prägungszeit erlebt und erfahren hat. Alle negativen Erfahrungen in der Prägungszeit wirken sich auf ein ganzes Hundeleben aus. Ein ganzes Hundeleben, daß durch unwissende, dumme Menschen zerstört wurde !!!!!!!

Heute ist Benny 6 Jahre alt und lebt seit 4 Jahren bei mir, ist mit Feuereifer beim Training dabei und ich möchte behaupten, daß er ein glücklicher Hund geworden ist.

siehe youtube, harald althaus trickst mit hunden. benny ist der kleinere rüde

Trotz des ganzen Stresses, -da er immer noch extrem auf Geräusche reagiert, kann ich ihn nicht ohne Leine laufen lassen- Trotz der vielen heftigen Rückfälle, wenn er in Panik kommt bin ich  froh, daß Benny bei mir lebt, sonst wäre er mit Sicherheit nicht mehr am Leben, denn wer will schon so einen gestörten, zerstörten Hund ........

 

...: Los komm, auf zum Fotoalbum 2